http://www.gms-pfeffenhausen.de/notizen/newsdetails/news/2018/oktober/mittelschule-pfeffenhausen-erhaelt-schulprofil-inklusion.html
 

Mittelschule Pfeffenhausen erhält Schulprofil Inklusion

11.10.18
 

Die Mittelschule in Pfeffenhausen darf sich seit dem Schuljahr 2018/19 Schule mit dem Schulprofil Inklusion nennen. Kultusminister Bernd Sibler überreichte am vergangenen Mittwoch die entsprechende Urkunde im Staatsministerium für Unterricht und Kultus an Rektorin Gabriele Lechner.

Unter den vielen geladenen Ehrengästen aus dem Landtag waren auch die für den Bereich Inklusion im Schulamtsbezirk Landshut zuständige Schulrätin Sylvia Blank und die mit der Mittelschule Pfeffenhausen kooperierende Rektorin Sabine Obermeier vom SFZ Rottenburg. Die Auszeichnung würdigt die beispielhafte Zielsetzung der Mittelschule Pfeffenhausen, Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam zu unterrichten.

58 Schulen erhielten dieses Jahr das Schulprofil Inklusion. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 ist eine zentrale Herausforderung des bayerischen Schulwesens. Dabei stehen in Bayern die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler mit ihrem konkreten Förderbedarf im Mittelpunkt. Unter Inklusion versteht man das gemeinsame Lernen und Leben in der Schule von jungen Menschen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Die Heterogenität der Schüler wird besonders berücksichtigt.

Um das Schulprofil „Inklusion“ zu erwerben, musste die Mittelschule Pfeffenhausen ein Bildungs- und Erziehungskonzept, das von der gesamten Schulfamilie, von Lehrkräften, Elternbeirat, Sachaufwandsträger und Schulforum getragen wird, vorlegen. Des Weiteren muss das Thema Inklusion im Schulentwicklungsprozess vorkommen, ebenso muss die Schule Erfahrung in der Unterrichtung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben. Schon seit Jahren werden Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam an der Pfeffenhausener Grund- und Mittelschule unterrichtet. Auch eine enge Kooperation mit einem Sonderpädagogischen Förderzentrum kann die Pfeffenhausener Schule vorweisen. In Bezug auf die Mittelschule Pfeffenhausen ist dies das Sonderpädagogische Förderzentrum Rottenburg als Partnerschule. Eine Zusammenarbeit besteht aber auch mit der Pestalozzischule für geistige Entwicklung in Landshut und mit der Papst Benedikt-Schule mit Schwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung in Straubing. Zudem ist es Voraussetzung, dass eine bestimmte Anzahl von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Schule besucht.

In fast jeder Klasse gibt es Kinder mit Förderbedarf: Einige haben Lernschwierigkeiten, andere zeigen Probleme in der geistigen Entwicklung, der Sprache oder im sozial-emotionalen Bereich. Um alle Schüler entsprechend unterrichten zu können, werden die Lehrkräfte an der Mittelschule Pfeffenhausen vom Sonderpädagogen Helmut Weiß unterstützt. Er erstellt, zusammen mit der Klassenlehrkraft, für jedes Kind mit Förderbedarf einen Plan. In einigen Fällen sieht der Förderplan vor, dass die Kinder zwischendurch alleine oder in einer kleinen Gruppe betreut werden. Manchmal sitzt der Sonderpädagoge auch nur als Beobachter im Klassenzimmer und unterstützt die Schule mit seiner Expertise.

Insgesamt existieren nun in Bayern 356 Schulen mit diesem Profil. Schulleitung und Lehrkräfte an der Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen sind überzeugt, dass Inklusion unabdingbar für unsere Gesellschaft und somit auch für unser Schulsystem ist. Kinder mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung oder im körperlich-motorischen Bereich wurden und werden an der Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen seit vielen Jahren unterrichtet und als eine Bereicherung erlebt. Die Begeisterung im Kollegium hört nach Aussage von Rektorin Gabriele Lechner oftmals schlagartig auf, wenn Kinder mit sozial-emotionaler Behinderung in Regelklassen ohne Unterstützung unterrichtet werden sollen. Lehrkräfte und Mitschüler fühlen sich durch Kinder mit sozial-emotionaler Problematik in Unterricht und Lernen vor sehr große und Kräfte zehrende Herausforderungen gestellt. Durch das Profil Inklusion wurden der Mittelschule Pfeffenhausen zusätzliche Lehrer- und Förderlehrerstunden zur Differenzierung für Schüler mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf gewährt. Durch den Erhalt des Profils wird die Zusammenarbeit mit den Fachkräften der Förderzentren, der Jugendsozialarbeit und der Jugendhilfe intensiviert. Damit können alle Kinder individueller gefördert werden

 

Links auf dieser Seite